Wolfgang Sunder
schrieb am 22. August 2026 um 21.59 Uhr
Es gibt Augenblicke im Leben, auf die uns niemand vorbereiten kann. Der Abschied von einem Menschen, der immer da war, ist einer davon.
Am Dienstag, den 04.08.206 mussten wir Abschied nehmen von meinem Papa.
Schon als Kind denkt man, Eltern seien unverwundbar. Sie sind einfach da – jeden Tag, jedes Jahr. Sie geben Halt, schenken Geborgenheit und zeigen den Weg. Erst wenn sie gehen, begreifen wir, wie tief ihre Wurzeln in unserem eigenen Leben gewachsen sind.
Mein Papa hat mein Leben geprägt wie kein anderer Mensch.
Nicht mit erhobenem Zeigefinger. Nicht mit großen Reden. Sondern durch sein tägliches Leben. Er war ein Mensch, der Werte nicht erklärte, sondern lebte. Ehrlichkeit, Bescheidenheit, Verlässlichkeit und Respekt waren für ihn selbstverständlich. Er war ein Mensch, dessen Wort zählte – und dessen Herz noch mehr.
Wenn ich an meine Eltern denke, erfüllt mich vor allem ein Bild.
Ein gemeinsames Leben voller Liebe.
Ich kann mich nicht erinnern, dass Mama und Papa jemals gestritten hätten. Sicher gab es Meinungsverschiedenheiten – wie in jeder Ehe. Aber was blieb, war immer der Respekt voreinander. Ihre Liebe war leise. Sie brauchte keine großen Gesten. Sie zeigte sich in tausend kleinen Augenblicken: im füreinander Dasein, im gemeinsamen Lachen, im gegenseitigen Tragen. Sie haben uns vorgelebt, was es bedeutet, ein Leben lang zusammenzuhalten.
Diese Liebe war eines der größten Geschenke, die sie uns hinterlassen haben.
Lehrer zu sein war für meinen Papa nicht einfach ein Beruf.
Es war seine Berufung.
Er liebte seine Schülerinnen und Schüler – und sie liebten ihn. Er wollte nicht nur Wissen vermitteln. Er wollte junge Menschen stärken. Ihnen Mut machen. Ihnen zeigen, dass jeder Mensch Fähigkeiten besitzt, die es zu entdecken gilt.
Wie viele Erwachsene werden heute vielleicht an ihn denken und sagen: "Er war mein Lehrer." Und vielleicht erinnern sie sich nicht mehr an jede Unterrichtsstunde. Aber sie erinnern sich daran, wie sie sich bei ihm gefühlt haben: gesehen, ernst genommen und ermutigt.
Das ist vielleicht das größte Vermächtnis eines Lehrers.
Auch außerhalb der Schule war Papa ein Mensch, auf den man sich verlassen konnte. Beim Stammtisch, im Kegelclub oder im Schützenverein war er nicht der Lauteste. Aber oft sind es gerade die stillen Menschen, die eine Gemeinschaft tragen. Er war ein treuer Kamerad, ein guter Freund und jemand, dessen Gegenwart guttat. Einer, der zuhörte. Einer, der mitlachte. Einer, der einfach da war.
Und genau so werde ich ihn in Erinnerung behalten.
Als Menschen, der nie im Mittelpunkt stehen musste, um für viele der Mittelpunkt zu sein.
Papa, dein Platz bleibt leer.
Es wird Familienfeiern geben, bei denen dein Lachen fehlt.
Es wird Tage geben, an denen ich ganz selbstverständlich zum Telefon greifen möchte, um dir etwas zu erzählen.
Es wird Momente geben, in denen ich mich nach deinem Rat sehne.
Und doch weiß ich:
Was du mir gegeben hast, kann der Tod mir nicht nehmen.
Du lebst weiter.
In den Geschichten, die wir erzählen.
In den Werten, die du uns vorgelebt hast.
In jedem Menschen, den du geprägt hast.
Und in der Liebe, die niemals endet.
Dein Sohn Wolfgang
mit Julian & Carolin
Dirk
schrieb am 5. August 2026 um 16.06 Uhr
…mein herzliches Beileid.
Rita und Mike Meyhoff
schrieb am 5. August 2026 um 10.00 Uhr
Herzliches Beileid